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Zeitschrift
zum
Verständnis
des
Judentums |
aktuelle Ausgabe
49.
Jahrgang
Heft 193 1. Quartal 2010
ISSN 0041-2716 |

Titelbild
Heft 193, 2010
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Editorial
Alles,
was Israel und Deutschland betrifft, ist seit der Gründung des
jüdischen Staates vor nunmehr 60 Jahren etwas Besonderes und das
wird wohl für die nächsten Jahrzehnte auch so bleiben. Die
Gründe brauchen in einer »Zeitschrift zum Verständnis
des Judentums« nicht erläutert zu werden. Deshalb finden Sie
den Rückblick auf den Holocaustgedenktag 2010 und die zweite
gemeinsame deutsch-israelische Regierungskonferenz nicht in der
»Berliner Bühne«, sondern in einem gesonderten Beitrag
(s. »Die Kraft des Neubeginns«). Hartwig Bierhoff blickt
nicht nur auf diese Tagung zurück, sondern ordnet sie auch
politisch ein. Solche Konsultationen unterhält das Bundeskabinett
nämlich nicht mit vielen Regierungen. Dass TRIBÜNE in jedem
März-Heft auf den Jahrestag der Befreiung von Auschwitz –
also den 27. Januar – eingeht, versteht sich von selbst.
Schließlich ist der 27. Januar seit 1996 der Gedenktag für
die Opfer des Holocaust – und zwar nicht nur in der
Bundesrepublik. Festredner war dieses Mal bekanntlich der
Präsident Israels, Shimon Peres, dessen Ansprache die ungeteilte
Aufmerksamkeit aller Bundestagsmitglieder fand. Bierhoff erwähnt
in seinem Rückblick nicht einen Affront, der unter den
Abgeordneten mit einhelligem Missmut verzeichnet wurde. Erika Steinbach
(CDU), die Chefin des Bundes der Vertriebenen (BdV), fehlte zu Beginn
des Festaktes und verschwand, als ein polnischer Historiker über
deutsche Geschichte sprach. Aber gerade dessen Rede hätte ihr, die
unbedingt in ein polnisch-deutsches Gremium will, wahrscheinlich viel
gebracht. Wir haben einen Ausweg gewählt und widmen der Dame ein
Kapitel in den »Zerrbildern«.
Zumindest in Köln, vielleicht auch in anderen Städten im
Rheinland ist Ende des vergangenen Jahres ein Ereignis übersehen
oder bewusst nicht erwähnt worden, das vor einem halben
Jahrhundert im Sinne des Wortes weltweit Empörung und Abscheu
hervorgerufen hat: Die Schändung der Kölner Synagoge in der
Weihnachtsnacht 1959. Selbst das Deutsche Fernsehen, damals der einzige
TV-Sender in der Bundesrepublik, unterbrach sein Programm für eine
Sondersendung. Zumindest in Köln hätte daran erinnert werden
müssen. Doch nichts geschah, es herrschte Totenstille. Warum? Wir
wissen es nicht, haben diesen Tag der Schande aber nicht vergessen (s.
»Der tiefe Schock«). Immerhin waren 1959 gerade mal erst 14
Jahre seit der Befreiung von der braunen Terror-Herrschaft vergangen.
Seit dem Gaza-Krieg und Israels Antwort auf die terroristischen
Raketenüberfälle unter dem Namen »Gegossenes
Blei« wächst leider in vielen Staaten der Antisemitismus.
Gewalttätig kommt er vorwiegend aus muslimischen Staaten oder mit
deren Unterstützung. Deshalb ist es an der Zeit, der Frage
nachzugehen, was den aktuellen Antisemitismus charakterisiert (s.
»Was ist Neuer Antisemitismus?«). Chaim Noll hat Antworten
gesucht und gefunden.
Bundeskanzlerin Angela Merkel ist evangelisch, stammt aus
Ostdeutschland und lebt in zweiter Ehe. Unter solchen Voraussetzungen
hätte in der Frühzeit unserer Republik kein Mensch in der
Union ein hohes politisches Amt besetzen können. Schließlich
liegen die Wurzeln der Union im erzkonservativen Katholizismus. Es hat
sich also einiges in der Union verändert. Wie viel und auf welchen
Gebieten – Anton Maegerle hat es analysiert.
Fast jede deutsche Stadt hat nach der Befreiung im Mai 1945 versucht,
ihre Geschichte während der NS-Zeit auszublenden. Damit
stieß sie auf die nahezu einhellige Unterstützung in der
Bevölkerung. Der Blick geht nach vorn, lautete die Devise. Erst
nach und nach und zwar spät änderte sich das und zwar von
Stadt zu Stadt unterschiedlich. Wie was funktioniert hat und warum das
so war – Wilfried Weinke hat das am Beispiel von Hamburg
rekonstruiert (s. »Späte Erinnerung«).
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BÜCHER
mit
Rezensionen von Anja
Schader, Ester Schapira, Heiner Lichtenstein, Horst
Dahlhaus, Bettina Klix, Roland Kaufhold, Paul Rainer, Wolf Scheller,
Armin Pfahl-Traughber, Klaus-Peter Friedrich, Ursula Homann
LESERBRIEFE
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